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Zuhause - das ist in erster Linie meine Heimatstadt Hamburg.   Nicht nur für mich ist Hamburg die schönste Stadt in Deutschland.
 
Wir wohnen im Nordwesten von Hamburg, ganz am Stadtrand.
Vom Dachflächenfenster aus kann man schon Schleswig-Holstein sehen.
Geboren bin ich in Schenefeld, aber eben nur bei Hamburg. Nach einigen wenigen Jahren in Schenefeld und Halstenbek
bin ich mit meinen Eltern und meinem jüngeren Bruder 1966 nach Hamburg-Bahrenfeld gezogen.
 
Zuerst haben wir in der Schützenstraße gewohnt, von dort sind wir in den Kielkamp in der Nähe vom Altonaer Volkspark gezogen.
 
Im Juni 1983 haben meine Frau und ich unsere erste eigene Wohnung im Bahrenfelder Kirchenweg bezogen.
Bereits zwei Jahre später bezogen wir eine größere Wohnung im Marxsenweg in Hamburg Klein-Flottbek.
Dort sind wir im Februar 1995 ausgezogen, um unser neu gebauten Reihenhaus im Jacqueline-Morgenstern-Weg
in Hamburg-Schnelsen zu beziehen. Tatsächlich: über 20 Jahre wohnen wir nun schon hier!!
 
1993 haben wir uns erstmalig mit unserem Hausbau beschäftigt – dazu vielleicht später einmal mehr.
 
Im Hamburger Stadtteil Schnelsen hat man große, bisher unbebaute Flächen zur Bebauung freigegeben.
Es musste die gesamte Infrastruktur geschaffen werden, so auch die Straßen, die es noch gar nicht gab.
Auf Plänen sahen wir unsere Straße schon eingezeichnet: ein kleine Sackgasse, direkt am Rande der öffentlichen Grünanlage.
 
So weit - so gut, aber einen Namen hatte diese Straße wie die anderen neuen Straßen in der direkten Nachbarschaft noch nicht.
Es hieß immer unpersönlich "Flurstück Nr. 1234/5" und ähnlich.
 
Nun hatten wir anfänglich andere Sorgen als den fehlenden Namen der Straße.
Irgendwann wurde der Name doch erforderlich: ob als Lieferadresse für Baumaterialien, Küche, Telefon usw.
Wir haben angenommen, dass unsere Straßen Namen von Märchenfiguren erhalten, denn angrenzend befindet sich das sogenannte „Märchenviertel“:
dort gibt es den „Dornröschenweg“, den „Hänselstieg“ den „Goldmariekenweg“ und weitere.
 
Irgendjemand hat dann den Namen unserer Straße zuerst erfahren: Jacqueline-Morgenstern-Weg.
Wir haben uns erstaunt angeschaut und gefragt, woher denn dieser Name kommt.
Die erste Sorge war, dass unsere damals noch sehr kleinen Kinder diesen Namen gar nicht aussprechen könnten.
Dann erfuhren wir auch die Namen der Nachbarstraßen: „Riwka-Herszberg-Stieg“, „Lelka-Birnbaum-Weg“ und weitere, bisher völlig unbekannte Namen.
 
Das ist übrigens Jacqueline Morgenstern - im Alter von 12 Jahren.
 
 

Wir erfuhren, dass es sich bei diesen Namen um die „Kinder vom Bullenhuser Damm“ handelt: 20 Kinder,
die von der SS-Führung am 20. April 1945, wenige Tage vor Ende des zweiten Weltkrieges im Keller der Schule Bullenhuser Damm
in Hamburg im ausgebombten, fast menschenverlassenen Stadtteil Rothenburgsort gehenkt wurden.
 
Wie kam es dazu ?
 
Im Jahr 1944 wurden diese 20 jüdischen Kinder aus ganz Europa im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau zusammen eingesperrt,
weil die Nationalsozialisten sogenannte medizinische Experimente an ihnen durchführen wollte.
Unter ihnen war auch die damals 12 jährige Jacqueline Morgenstern aus Paris.
 
Zunächst schienen es diese Kinder besser zu haben als alle anderen Häftlinge in Auschwitz-Birkenau.
Ihre Baracke wurde ausreichend geheizt und sie bekamen ausreichend zu essen.
Sie mussten aber hart arbeiten und wurden außerdem für medizinische Experimente missbraucht.
 
Gegen Ende des Krieges wurde Jacqueline Morgenstern zusammen mit den anderen 19 Kindern vor der
heranrückenden Roten Armee Ende November 1944 in das KZ Neuengamme bei Hamburg gebracht.
Dort führte der SS-Arzt Kurt Heißmeier grausame medizinische Experimente durch:
Er infizierte die Kinder mit Tuberkulose, einer lebensgefährlichen Lungenkrankheit.
Kurz vor Weihnachten 1944 waren alle 20 Kinder schwer erkrankt.
 
Die französischen Häftlingsärzte und holländische Pfleger, selber Gefangene im KZ Neuengamme, betreuten die Kinder und wurden ihnen zu Ersatzeltern.
Der SS-Arzt Heißmeier entfernte den Kindern unter anderem die Lymphdrüsen, weil er dachte, dass sich in ihnen körpereigene Stoffe zur Abwehr der Tuberkulose befänden.
Schon damals war allerdings bekannt, dass dem nicht so war. Seine Versuche waren daher wissenschaftlich sinnlos und reine Quälerei.
 
Im April 1945 stand das Ende des Krieges kurz bevor – die englische Armee stand schon vor den Toren Hamburgs.
Die SS-Ärzte und die Lagerführung des KZ-Neuengamme fürchteten ein Bestrafung, falls ihre Gräueltaten entdeckt würden.
Um ihr Verbrechen zu vertuschen ließ die SS-Führung die Kinder zusammen mit ihren Betreuern am 20.April 1945 in den Keller
der Schule am Bullenhuser Damm bringen. Dort wurden sie alle gehenkt.
 
Für mich unvorstellbar: der SS-Arzt Heißmeier praktizierte bis 1964 in Magdeburg unentdeckt als Facharzt für Lungenkrankheiten,
bis ihn 1966 ein DDR-Gericht zu lebenslanger Haft verurteilte.
 
Nun hat unser Straßenname für mich eine ganz andere Bedeutung.
Es wäre schade gewesen, wenn unsere Straße nur nach einem weiteren Märchen benannt worden wäre.
 
Jedes Jahr am 20. April versammeln sich Bewohner des Stadtteils, Schüler aus den beiden Grundschulen und Konfirmanden
der evangelischen Kirchengemeinde zu einem Gedenken am Mahnmal auf unserem Marktplatz, der ebenfalls den Namen eines der
Kinder trägt: „Roman-Zeller-Platz“. Dann zieht die Gruppe in einem Schweigemarsch durch alle Straßen und steckt Blumen an jedes Straßenschild.
 
Es heißt in der Inschrift der Gedenktafel an der Schule Bullenhuser Damm:
 
„Hier stehst du schweigend- doch wenn du dich wendest, schweige nicht!“
 
 
oder auch in dem Taschenbuch „Die Kinder vom Bullenhuser Damm“ von Fritz Bringmann.